Die Samí – Ureinwohner Skandinaviens
Alice-Laurine Kliesch 25. November 2010
Die Samí sind als Ureinwohner und als eigener Volksstamm aus dem Norden Skandinaviens anerkannt. Früher wurden die Leute des Stammes „Lappen“ genannt. Doch diese Bezeichnung wird heute als Beschimpfung gesehen, da das schwedische Wort „Lapp“ (dt. Lumpen) immer wieder mit dem Volksstamm in Verbindung gebracht wurde. Daher werden sie jetzt „Samen“ oder auch „Samí“ genannt, was so viel bedeutet wie Sumpfleute.
Heute gehören sie zu einer der am stärksten vertretenen Volksstämme in der Welt und dürfen ihren Unabhängigkeitstag feiern. Sie besitzen ihre eigene Flagge und ihre eigene Sprache in verschiedenen Dialekten. Ihr unabhängiges Parlament hat ihren Sitz in der Finnmark von Norwegen, in der Stadt Karasjok.
In dieser kleinen, jedoch kulturell-interessanten Stadt leben ca. 3000 Einwohner, die überwiegend zu dem Stamm der Samí gehören. Daher wird dort hauptsächlich Samisch gesprochen. In der Schule wird auf deren Sprache unterrichtet. Auch die Schüler norwegischer Herkunft müssen die samische Sprache lernen und beherrschen. Dies ist vor paar Jahren nicht für möglich gehalten worden. Denn das Sprechen der samischen Sprache war lange Zeit vom Staat verboten worden.
Das Volk der Samí leben in den Ländern Finnland, Schweden, Nord-Norwegen und sogar auf der Halbinsel Kola in Russland. Insgesamt leben dort 100.000 Samen, die Hälfte von ihnen in Nord-Norwegen. Früher, und zum Teil auch heute noch, leben die Samí von ihren Rentierherden. Ihr Fell verarbeiten die Samí zu Schuhen, Sitzkissen, Mützen und verschiedene Kleidungsstücke zum Wärmen. Außerdem verkaufen die Samí auch das Fleisch der Rentiere und auch der gejagten Elche. Die Rentier- und Elchsalami ist eine Spezialität in Norwegen und wird gerne von Touristen auf ihren Rundreisetouren gekauft.
Auch die Mythologie ihres Stammes ist faszinierend. Die Religion des Volkes der Samí gehörte bis zu der Christianisierung zum Schamanismus. Die Samí sahen die Natur beseelt an und nahmen Kontakt über einen Schamanen zu der Geisterwelt auf. Dies konnte der Schamane mit Hilfe der heiligen Zaubertrommel, ihrem kulturellen Yoik-Gesang, kleinen Knochen und verschiedene Tanzarten den Kontakt zur Geisterwelt.
Die Welt stammte für sie von einem ganz reinen, weißen Rentier ab. Dieses Rentier hat sein Herz in der Mitte der Erde und ist somit mit jedem Lebewesen und jeder Kreatur der Natur verbunden und schlägt im Takt mit dem Herzen des Menschen. Durch diesen Herzschlag entstand auch die Musik der Samí. Die Musik drückt die Stimmung der Samí aus und hilft ihnen mit bestimmten Situationen klarzukommen, wie z.B. über einen Todesfall in ihrer Gruppe. Und sie nehmen durch den Taktschlag eines Herzens Kontakt mit dem heiligen weißen Rentier auf, wie ein inniges Gebet.
In der heutigen Zeit sehen sie ihre Mythologie zugehörig ihres Stammes an, aber die meisten Samí sind heute Christen. Jedoch gibt es immer noch ihre Yoik-Gesänge um ihrer Herkunft treu zu bleiben. Darum gibt es in Skandinavien auch Museen, wie in Inari (Finnland) das „Siida“-Museum und in Karasjok das große Museum „Sápmi“, welches auch zeigt, wie und in welchen Hütten bzw. Zelten die Samí lebten.
Der Volksstamm Samí hat so viele interessante Lebensarten, Weisheiten und Geschichten, die man erleben muss. Ein Erlebnisurlaub wäre damit in Skandinavien garantiert.
Also worauf wartest du?!
- Kultur
- 2 Kommentare


Ein klasse Artikel voller interessanter Informtionen über das recht unbekannte europäische Nordvolk der Sami. Gut geungen, informativ und Lust machend nach einem Erlebnisurlaub in Skandinavien.
Ich will wieder hin!!!
[...] welche. Schafe können es nicht sein, die haben nicht so lange und dünne Beine.“ „Oh, das sind Rentiere. Sieh mal, wie schnell die laufen können.“ Der Regen wurde stärker und immer noch ging [...]